Im Jahre 1878 wurde die Privilegierte Schützengesellschaft Langenwetzendorf gegründet, allerdings ohne einen Eintrag ins Vereinsregister. Zweck der Gesellschaft, nach dem deutsch-französischen Krieg, war damals vorrangig Aufbau einer im Ort ansässigen Bürgerwehr und man pflegte eine gute Kameradschaft. Die Mitgliederzahl des Jahres 1896 betrug 144 Personen. Seit der Gründung besaß die Gesellschaft im Langenwetzendorfer Wolfen nur ein kleines Ladehaus. Mit diesen eingeschränkten Möglichkeiten wurde deshalb am 13.06. 1887 ein Bittschreiben an das Fürstliche Landratsamt in Gera/ Reuß gesandt, um eine größere Schießhalle zu bauen. Da das Vogelschießen schon in 6 Wochen stattfinden sollte, musste Zimmermeister Franz Zipfel das Gebäude in Rekordzeit erstellen. Es lag auf dem Areal von Friedrich Hering. Der Brauereibesitzer Christian Hempel sponserte diese neue Schießhalle und baute auch für sich eine Schankbude. Von der neuen Schützenhalle aus, gab es die Möglichkeit bis zu 100 m zu schießen. Die Scheiben konnten in 50-100 m Entfernung aufgestellt werden und dann wurde mit dem KK-Gewehr darauf geschossen. Das Gebäude steht heute noch und ist im Privatbesitz des Dachdeckermeister Erich Theilig. Nach dem Gründungsjahr 1878 wurde jährlich ein Schützenkönig ermittelt, außer in Zeiten des Krieges, da wurden solche Feste nicht gefeiert. Erster Schützenkönig wurde Herr Alban Dietzel 1879. Gefeiert wurde im gegenüberliegenden Gasthof „zum hungrigen Wolf“, welches auch eine alte und ereignisreiche Geschichte hatte, leider wurde es im Jahre 2000 abgerissen.
Während des 1. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben, es mussten viele Verluste hingenommen werden. Nach dem Krieg blühte der Verein wieder auf. Es wurden große Schützenfeste abgehalten, meist über eine ganze Woche. Die Schützenkönige waren meist Gutsherren, Firmenbesitzer und Handwerksmeister und kamen aus Langenwetzendorf, 1928 wurde aber auch ein Kaufmann aus Crimmitschau Schützenkönig, ihm folgte ein Mälzereibesitzer aus Pausa.
1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland, in Langenwetzendorf passte man sich den Gegebenheiten an, sonst wäre der Verein verboten worden. Die Schützenvereine waren inzwischen dem Gau Thüringen im deutschen Schützenbund unterstellt und hatten verschiedene Verpflichtungen. Die Festprogramme mussten dem Bezirksleiter vorgelegt werden mit dem Augenmerk der sportlichen Ausgestaltung. Wo erforderlich, sollte das Königsschießen neu geregelt werden, der beste Schütze sollte nun König werden. Es wurde regelmäßig trainiert und Meisterschaften ausgetragen. 1935 hatte der Verein noch 56 Mitglieder, Frauen hatten nach wie vor keinen Zutritt in den Verein. Am 3. Juli 1939 wurde Bauer Hermann Hoffmann letzter Schützenkönig. Er konnte seinen Verpflichtungen, durch den Ausbruch des Krieges, nicht mehr nachkommen.
Am 3.Mai 1945 wurde die Langenwetzendorfer Schützengesellschaft aus dem Vereinsregister gelöscht und schon während des Krieges wurde der Schießstand zur Metallspende demontiert. Hauptmann Paul Meißner führte die Geschicke über 20 Jahre, sein Stellvertreter Paul Kerstan war bis Kriegsende Bürgermeister Langenwetzendorf.
Nach dem Ende des Krieges hatten die Bürger Langenwetzendorf um ihr eigenes Überleben zu kämpfen. Alle Waffen, Vereinstrachten- und Fahnen wurden vernichtet. Von 1940 bis 1996 wurde im Dorf kein Schützenfest mehr ausgetragen.
1965 wurde im Dorf die Sportgemeinschaft Dynamo Sportschiessen gegründet. Initiator war Bernhard Kasper, der bis 1989 als Trainer fungierte. Die ersten Mitglieder waren Klaus Zipfel, Thomas Berger und Siegfried Schürer. Es wurde mit dem Luftgewehr anfangs im Gemeindesaal und später im Werkraum der Schule trainiert. Mit dem KK-Gewehr wurde hinter der „Greika“ geschossen. Regelmäßig nahmen die Langenwetzendorfer Schützen an Wettkämpfen wie Schul-, Kreis-, Bezirks- und sogar DDR-Meisterschaften teil. Bernhard wurde bis über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt für seine erbrachten Leistungen als Übungsleiter. Leider wurden seine gewonnenen Pokale, Urkunden, Wimpel und Tafeln mit dem Verfall der DDR durch den damaligen Hausmeister in den Müll geschmissen. Heute ist Bernhard im Verein Ehrenmitglied und freut sich über jede Einladung zu Veranstaltungen wie Schützenfest oder Hauptjahresversammlug.
Am 10. November 1990 traf sich Jürgen Landmann mit 6 weiteren Freunden und gründeten den Langenwetzendorfer Schützenverein 1990 e.V.
Mitte 1991 zählte der Verein schon 24 Mitglieder, anfangs wurde noch bei Landmanns im Garten geschossen, aber schon bald durften wir den Werkraum der Schule benutzen, wo früher die SG Dynamo trainierte. Im Oktober 91´ wurde mit Mario Landmann der erste Schützenkönig ermittelt, Eva Böhm wurde Schützenkönigin und Kevin Knopf bester Jungschütze. Im Januar 93´verglichen wir uns zum ersten Mal mit dem Greizer SV 1990 e.V. und gewannen die ersten beiden Plätze.
Im März 1993 wandte sich Jürgen Landmann zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und bat um Mithilfe der Nachkommen ehemaliger Mitglieder, er suchte die alte Fahne und Fotos oder Schriftstücke aus Vergangenheit der ehemaligen Schützengesellschaft.
Der Verein begann sich am Parkfest mit einer Schießbude zu beteiligen, es wurde dann jährlich ein Parkfestmeister ermittelt. Es begann ein großer Zuspruch, vor allen bei Kindern und Jugendlichen, mit dem Sportschießen zu beginnen. 1993 zog der Verein ins ehemalige Kulturhaus Göttendorf ein und konnte nun regelmäßig trainieren. 1994 bestand der Verein schon aus 35 Mitgliedern und strebte den Bau eines eigenen Schießstandes an.
Am 20. Oktober 1994 trat der Verein das Erbe der ehemaligen Schützengesellschaft an und der Name wurde in „Langenwetzendorfer Schützenverein 1878 e.V.“ umbenannt. 5 Wochen später wurde die Fahne vom Pfarrer Bernhard Liebig mit dem Segen Gottes geweiht, die nach Bildern und Fotos wieder angefertigt wurde. Als Gastvereine konnten wir die Schützengesellschaft Greiz und den Schützenverein Pausa begrüßen, weiterhin nahmen auch Bürgermeister Klaus Zschiegner und viele andere Ehrengäste teil. Für eine festliche Atmosphäre sorgte der Dörtendorfer Männerchor in alt bewährter Weise. Mittlerweile stieg die Mitgliederzahl auf 40 und der Verein zog ins Langenwetzendorfer Kulturhaus um, wobei es sich auch nur um eine Übergangslösung handelte.
Im Herbst 95 schoss man im „Kulti“ die letzten Vereinsmeisterschaften und den Schützenkönig aus, danach gab Jürgen Landmann bekannt, dass wir wieder umziehen. Neues Domizil ist die ehemalige Kindergrippe, dort konnten wir uns im Keller einen Schießraum für Luftdruckwaffen und in der oberen Etage einen Vereinsraum einrichten. Im November wurde Jürgen Böhm erstmals Kreisjungschützenkönig. Die Mitglieder, welche mittlerweile nicht mehr nur aus Langenwetzendorf sondern auch aus Gera, Weida, Triebes, und Nitschareuth kamen, zählten schon 45 Männer, Frauen und Jugendliche.
1996 betraten wir neues Terrain, wir begannen uns bei größeren Meisterschaften mit anderen zu messen. Angefangen bei Kreismeisterschaften mit vielen Podestplätzen bis hin zur Regionalmeisterschaft, wo auch ein Titel gewonnen werden konnte.
Am 23. Mai wurde das erste Schützenfest nach Wiedergründung durchgeführt. Ein großer Schützenumzug mit neun Gastvereinen und der Schalmeienkappelle Langenwetzendorf zog durchs Dorf. Mit dem anschließenden Adlerschießen wollten wir an alte Traditionen anknüpfen. Abends konnte im Zelt das Tanzbein geschwungen werden. Dank der Gemeinde und vieler Sponsoren und natürlich den vielen Helfern wurde ab jetzt jährlich ein solches Fest abgehalten.
Im Jahre 2000 wurde 10jähriges Bestehen seit Wiedergründung gefeiert und wir können auf beachtliche Erfolge zurückblicken, sportlich und wirtschaftlich haben wir gesunde Verhältnisse und schließen an Tradition unserer Vorfahren an.
2001 holte Uwe Rohn erstmals einen Landesmeistertitel nach Langenwetzendorf, ob da noch mehr drin ist?
Die neueste Errungenschaft wurde im April 2002 eingeweiht, eine kleine Kanone mit dem Namen „Elsa“. Klein aber fein wurde sie vom „Chef“ persönlich betreut, vielleicht bekommt sie irgendwann eine große Schwester. Im Mai konnte der Landesmeistertitel verteidigt und noch zwei weitere hinzu gewonnen werden. Einsame Spitze!!!
Am 7. Juni 2003 beging der Verein 125jähriges Jubiläum, es konnten viele Ehrengäste wie zum Beispiel Landrätin Frau Schweinsburg und Kreissportbundvorsitzender Herr Jahn begrüßt werden. Bei diesen Anlass konnte Jürgen Landmann den ersten Teil unserer Vereinschronik an den 2. Bürgermeister Edmund Wels überreichen. Die komplette Chronik ist im Verein jederzeit einsehbar.
2006 konnten unsere Jugendlichen den ganz großen Wurf landen. Bei den Landesmeisterschaften konnten Daniel Petzold und Chris Wiedemann im Luftgewehr den Titel holen. Nicole Göppner wurde mit der Luftpistole zweite und schaffte die Norm zur Deutschen Meisterschaft, wo sie auch einen hervorragenden 10. Platz belegte. Lars Hupfer konnte seinen dritten Platz aus dem Vorjahr auch verteidigen.